Stichwort: Dendrochronologie

Deutlich erkennen wir die Bohrung diagonal durch den alten Balken. Diese Bohrung wurde von Studenten vom Dendrochronologischen (Jahresringforschungs-) Institut der Uni Hamburg-Harburg am 28. Juni 2008 eingebracht, um einen Bohrkern mit den Jahresringen zur Bestimmung des Holzalters zu erhalten. Dabei wird mit den Bohrkernen, auf denen sich die Jahresringe in der je nach Jahreswitterung unterschiedlichen Stärke abzeichnen und so ein Alters-Wachstums-Muster ergeben, durch Vergleich mit am Institut vorliegenden verifizierten Jahresringen, gewonnen aus Bohrkernen von Kirchen o. ä. historischen Bauten aus unserer Gegend, also Holzbalken mit nachgewiesenen Baujahr, eine Altersbestimmung vorgenommen.
(Natürlich ist die diagonale Bohrung nicht durch die geblattete Verbindung sondern am originalen Balken getätigt worden).
Bild re.: der Probennehmer bei der Arbeit.

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Bild unten: der bleistiftdünne Bohrkern. Zum Transport wird er in ein verschließbares Kunststoffröhrchen geschoben.

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Man muß schon genau hinschauen um hier die Jahresringe zu erkennen.
(Zum vergrößern Bild anklicken).

Insgesamt wurden aus der Alten Kate 14 Bohrkerne aus Kiefernholzbalken und 25 Bohrkerne aus Eichenholzbalken entnommen. Balken aus unterschiedlichen Lagen im Gebäude: Barggerüst, Dach, Decken und Wände.
Als für uns entäuschend ergab die Untersuchung keine Ergebnisse.
Zitat aus dem Bericht der UNI Hamburg Harburg, Abt. Holzbiologie von Dipl.-Holzwirt Sigrid Wrobel: Sämtliche Hölzer sind sehr jahrringsarm (geringer Durchmesser*) und es konnte in keinem Fall eine Datierung erzielt werden. Zudem wiesen etliche der Eichen ein sogenanntes Maikäfer-Signal (Jahre mit starkem Ungezieferbefall*) auf, dass eine Datierung immer verhindert.
*eigene Anm.

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Segensspruch im Torbalken


Für genaue Arbeiten wird die Brille benötigt.
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WER GOTT VERTRAUT UND SICH BEGNÜGEN KANN IST WAHRHAFT REICH
HARTICH + RAUTE ANNO 1671

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Torbalken von 1671

Wer errät die Bedeutung der Zeilen?
Der im Torbalken der Alten Kate in Oelixdorf eingeschnitzte Segensspruch ist nebenstehend wiedergegeben. Semantik und Grammatik des 17. Jahrhunderts gibt uns hier ein Rätsel auf, deren letzte Geheimnisse sich uns noch nicht vollständig erschlossen haben.
Wenn Sie eine Idee haben, wie der Sinnspruch für Hartich und Rautgunde (genannt Raute) gelautet haben könnte, senden Sie uns bitte Ihre Übersetzung für den Segensspruch an folgende Adresse:

alte-kate@gmx.de
oder auch:
guenther.struck@gmx.de.
Wir freuen uns über Ihre Beteiligung!

Eine erste Rückmeldung gesendet: Sonntag, 24. Oktober 2010 11:20
An: Günther
Betreff: Schnitzereien
Hallo an alle Mitglieder! Eine Frage an Günther Struck! Gibt es eine Originalaufnahme des Textes auf dem Balken. Ich glaube nämlich, dass einige Buchstaben im Holz nicht „richtig geschnitzt“ werden konnten. Einige Forschungen im Internet lassen mich das vermuten.
Meine bisherige, ziemlich freie Übersetzung lautet zur Zeit: Wer Gott vertraut (Wer Gadt vor trav) und sich genügt (begnügt) (vnd sich genögen) die Worte „Les gas“ kann ich noch nicht zuordnen???? —- ist sehr sehr, oder „der ist reich“(ist ger reich). Kann es auch heißen: Wer Gott vertraut und sich genügend Zeit lässt, ist sehr reich??
Einen schönen Sonntag wünscht Jutta Ohl

Kommentar von Günther vom 30.04.2011:

Zum Spruch im Torbalken

In Oelixdorf, nah bei der Stör
Rautgunde schaffte sich Gehör:
Was immer Hartich ins Holze schnitt
Er, dummer Bur, es reimt sich nit.

😉

29.05.2011
Meine persönliche, ebenfalls freie Interpretation lautet:
Wer Gott vertraut und sich begnügen kann, ist wahrhaft reich.
LES = lässt, kann
GAS = ??? – keine Entsprechung gefunden, Verballhornung von „der“ ?
GER = gar, (geh. veraltend):fürwahr, wahrlich, wahrhaft.
Hartich = heute: Hartwig
Raute = Abkürzung von Rautgunde, ursprünglich von der Heilpflanze Rauke,
heute: Frauke?

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„Ochsentour“ per Rad

Auf dem Ochsenweg zur Alten Kate in Oelixdorf
jg Der Förderverein “Freibad Lägerdorf“ und der „Ortsgeschichtliche Arbeitskreis Münsterdorf“ hatten zur Tour eingeladen. Rund 20 Radler folgten dem Ochsenweg von Lägerdorf, über Münsterdorf, am Stördeich entlang, durch Itzehoe, zum „Blauen Lappen“ und vorbei an Schlotfeld und Winseldorf. Fachkundige und auch interessante Ausführungen über historische Gebäude und Wegstrecken von Hermann Schwichtenberg machten die Radtour am Sonnabend, 18.09.2010 bei meist besten Wetterbedingungen zu einem Erlebnis.
In der „Alten Kate“ versammelte sich die Radlergruppe bei Kaffee und Kuchen. Das Projekt -die Restaurierung der Kate aus dem Jahr 1671 durch den Verein Alte Kate Oelixdorf e.V.- wurde durch Jürgen Gripp vorgestellt. Anschließend konnten die Anwesenden das Gebäude besichtigen. Hermann Schwichtenberg und Jürgen Gripp bezeichneten den Wirtschaftsteil, das „Barghuus“, als Futterlagerstelle für den Ochsentrieb, da u. a. im Nahbereich einige Quellen zu finden sind.
Außerdem kam ein Ochsenweg ins Gespräch, den die Edendorfer Bauern benutzten. Sie trieben bis zum Jahr 1836 ihre Rinder auf dem Sandweg an den Twietbergen vorbei, über Pünsdorf, durch das Lübsche Gehölz in die Oelixdorfer und Kollmoorer Marsch. Der damalige Bürgermeister von Itzehoe sperrte diesen Ochsenweg mit einer Wallanlage. Dieser Weg blieb auch nach einer gerichtlichen Klage der Bauern geschlossen.
Bis 1850 vergnügten sich jedes Jahr tausende von Besuchern bei Pferderennen auf der ehemaligen Trasse des Ochsenweges im Lübscher Gehölz südlich der jetzigen Bundesstraße B 77.
Abschließend ergriff Walter Brooks der Vorsitzende des Vereins das Wort und erklärte: „Der Verein „Alte Kate e.V.“ hat eine Vision, wir wollen dieses einmalige Gebäude erhalten! Schon jetzt steckt in diesem historischen Gebäude viel Herzblut und viele Stunden Eigenleistung.“

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„Für ein solches Projekt braucht man eine Vision“

Donna Doria e.V. besucht die Alte Kate
Bericht von Jutta Ohl, Vorsitzende Donna Doria e.V.

Oelixdorf im Kreis Steinburg ist touristisch interessant durch seine Lage an den Radwanderwegen „Ochsenweg“ zwischen Dänemark und Wedel/Elbquerung sowie dem „Mönchsweg“ zwischen Fehmarn und Glückstadt. Erstmals urkundlich erwähnt ist Oelixdorf in einer Urkunde aus dem Jahr 1358.

Die „Alte Kate“ in Oelixdorf ist ein Kleinod der Geschichte des Dorfes und des Kreises Steinburg und war nun Ziel einer interessierten Gruppe von Frauen aus dem Verein Donna Doria e.V., die das Gebäudeensemble „Unter den Linden“ besichtigen wollten.

Was sich unter einer riesigen weißen Witterungsschutz-Plane verbirgt, brachte die Frauen dann doch sehr zum staunen. Eine grandiose Konstruktion von Gebälk mit gewachsenen Dachstangen in einer Höhe, die einem Barghuus in Nordfriesland gleichkommt. Dagegen die Gänge und Zimmer des ehemals bewohnten Teils, klein und eng, mit Lehm-Stroh-Holzdecken.
„Oelixdorfs ältestes Gebäude, wurde 1671 als Fachwerkscheune mit Reetdach in Ständerbauweise errichtet“ teilte Vorstandsmitglied Günther Struck mit, der die Führung im Gebäude selbst vornahm. „Fast zwei Jahrhunderte später wurde die Kate zur teilweisen Bewohnung mit zwei Kochstellen erweitert und erst 1995 zogen die letzten Mieter aus“, erklärte Herr Struck weiter. „Der Verein „Alte Kate e.V.“ hat eine Vision, “ wie dann der Vorsitzende Walter Broocks erklärte, „denn wir wollen dieses einmalige Gebäude erhalten!“ Die Anerkennung als denkmalgeschütztes Gebäude war allerdings die Voraussetzung dafür. Der Rundgang durch die Alte Kate zeigte dann aber doch, was noch alles zu tun ist.
Das Ziel ist eine gründliche Bausanierung, hinter der auch eine gesunde ökonomische Verwendung steht. Nach Austrocknung und Renovierung der Holzkonstruktion, der Eindeckung mit ca. 4500 Reetgarben, folgen dann Maurer- und Fensterarbeiten.

„So ein großes, von einem gemeinnützigen Verein durchgeführtes, historisches Gebäude, braucht natürlich Förderer und vor allem auch Spenden“, meinte Hans-Georg Ihme, „da benötigen wir wirklich jede Unterstützung!“ „Dazu muss erstmal im Kreis Steinburg dieses besondere Kleinod noch mehr bekannt gemacht werden“, waren sich die Beteiligten von Donna Doria einig."Donna Doria Damen" mit dem Vorstand der Alten Kate „18.09.2010 – Donna Doria Damen mit den Alte Kate Herren“

Die Frauen interessierten sich auch besonders für das Leben und Wirken der Menschen in diesem interessanten Gebäude, denn ein Torbalken gibt einen geschnitzten Hinweis auf den Erbauer Hartwich und seine Frau Raute wieder. Damit die „Alte Kate“ wieder ein Reetdach bekommen kann, wird die Aktion „Eine Gabe für die Garben“ von Donna Doria e.V. unterstützt. Für das Jahr 2011 werden die DD Frauen Aktivitäten für den Erhalt der Alten Kate im Programm organisieren, so Hanne Nuijen-Bodenstein, die diese Führung zusammen mit Silvia Dircksen-Hushahn organisiert hatte.
Verein Donna Doria e.V.:
„http://www.donna-doria-eV.de“>

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So finden Sie die Alte Kate

25524 Oelixdorf, Oberstraße 38/40

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Spendenkonto

Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe

Kontoinhaber: Alte Kate Oelixdorf e. V.

Konto: 6274900 BLZ: 22290031

IBAN: DE40 222900310006 2749 00

Unsere Jahresmitgliederbeiträge wie auch die Spenden an den Verein können steuerlich in Ansatz gebracht werden.
Bis zu einem Betrag von 200€ genügt der Einzahlungsbeleg oder Ihr Kontoauszug bei der Steuererklärung, darüber hinaus gehende Beträge bescheinigen wir gern.

Für den Verein „Alte Kate Oelixdorf e.V.“ wurde vom Finanzamt Itzehoe unter der Steuernummer 18 2907 3956 die Gemeinnützigkeit anerkannt.

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Kartoffelfest am 28.08.2010

Ein voller Erfolg

Der Verein der Alte Kate Oelixdorf e.V. hatte am vergangenen Samstag zum Kartoffelfest geladen. Vereinsmitglied Jürgen Gripp, gesegnet mit einschlägigen Vorfahren (d.h. dem Gen für den Grünen Daumen), hatte im Frühjahr Saatgut der Roten Laura angesetzt. Die Ernte konnte mit Hilfe der jüngeren Gäste geborgen werden!
Weitere Vereinsmitglieder hatten diverse andere Leckereien mit Kartoffeln als Grundlage angerichtet:
neben Bratkartoffeln, ((des Autors Meinung nach die einzig wahre Veredelungsform einer Kartoffel neben der Salzkartoffel!)) war auch noch Kartoffelsalat, Folienkartoffel, Pellkartoffel mit Quark und Kartoffelsuppe im Angebot. -auch in kombination mit von Grillmeister Hans-Georg Ihme und Frau Gabriele frisch gegrilltem Würstchen oder Nackensteak.
Das alles bildete den Rahmen für die Idee, unsere Kate in unserem Heimatkreis einmal wieder in Erinnerung zu bringen, besonders in Verbindung mit einer Führung durch die Alte Kate!
Alle Gäste, die noch nie in der Alten Kate gewesen waren, zeigten sich erstaunt über die handwerkliche Leistung unserer altvorderen Zimmermeister. Auch beeindruckten immer wieder die kargen Lebensräume in der Tagelöhnerwohnung mit den Alkoven, wo Eheleute mit fünf oder mehr Kinder gewohnt haben mußten. -das nicht nur im 19.Jahrhundert, sondern auch nach dem 2. Weltkrieg als Flüchtlinge, die die Kate bewohnten.

Über einhundert Gäste wurden an diesem Tag gezählt und wir freuen uns, dass wiederum neue Mitglieder gewonnen werden konnten. Vielen Dank an alle fleissigen Helfer, die dieses Fest zu einem Erfolg gemacht haben!

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Alte Kate Oelixdorf e.V.

Verein zur Pflege historischer Werte in Oelixdorf

Der als gemeinnützig anerkannte Verein „Alte Kate Oelixdorf“ e.V. wurde 2005 von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet.

Ziel ist es, das Bild des alten Dorfes in Gestalt seiner überlieferten, landestypisch bäuerlichen Bauweise zu erhalten. Dafür wird die Alte Kate, die das Gebäudeensemble “Unter den Linden“ in Oelixdorf komplettiert, als charaktervolles Kleinod dörflicher Bauweise  restauriert.

Die Alte Kate im Frühjahr 2005
Die Alte Kate 2007 vorher

Im Jahr 2007 erwarb der Verein die Alte Kate in einem völlig desolaten Zustand. Als erste Maßnahme wurde noch im Dezember eine Plane über das ganze Dach gezogen. Zuvor war erforderlich die großen Löcher im Dach durch Stützgerüste von Außen zu bedecken und den Schornstein bis auf das gesunde Mauerwerk abzutragen (kurze Stümpfe ragen jetzt nur noch innen aus der Decke des Wohnteils). Weiter ein Bericht eines Augenzeugen:

„Dann kam der große Tag an dem die Plane aufgezogen wurde. Zu dem Unterfangen waren ein riesiger Baukran und zwei hydraulische Heber-Fahrzeuge aufgefahren und in Stellung gebracht worden. Eine Plane in den Abmessungen 16x50Meter auf einer  Rolle, mehrere Zentner schwer, schwebte hoch über dem Dachfirst der Kate. Die Männer in den Hebern und am Boden hielten gegen  und  der Kran zog gaaanz laaaangsam die Plane über das Gebäude. Viele Einwohner Oelixdorfs kamen um sich dieses Schauspiel nicht entgehen zu lassen. Zwei Planen quer und eine längs wurden gelegt. Anschließend wurden Netze über die Plane gelegt und verknüpft, die bei Wind  das Abheben der Plane verhindert sollen. An diese Netze angebunden wurden später noch Altreifen zur Beschwerung. Aufgrund der ruhigen Wetterlage konnten die Hauptarbeiten an einem Tag bewältigt werden. Die Eigenleistung der Vereinsmitglieder kann nicht genug gelobt werden.“
15. Dezember 2010
Bild: Kate 2007 nachher  – Bilderfolge – Die Alte Kate wird verhüllt

im Verlauf der nächsten Monate konnte der gesamte Bau hervorragend austrocknen.

Helfen Sie mit! Wir freuen uns über Sach- und Geldspenden für die nächsten Bauschritte. Wer durch eine Vereinsmitgliedschaft das Projekt mittragen möchte, ist herzlich willkommen. Weitere Informationen, über Aktionen, Satzung, Beitrittsformular usw. über die auf der letzten Seite angegebenen Adressen.

Spendenkonto:
Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe
Konto:  6274900     BLZ: 22290031

Spenden an gemeinnützige Vereine können steuerlich in Ansatz gebracht werden.

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Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert

Alte Kate Oelixdorf (ca. 1900)
Hallo Freunde der Alten Kate,
ich habe hier einen interessanten Artikel im Internet gefunden, den ich Euch zur Kenntnis geben möchte.

„Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert“ von Natascha Bär

Inhaltliche Zusammenfassung:

Das ländliche Leben im 19. Jahrhundert war ein Regelwerk, das sich vor allem um den mit Arbeit gefüllten Tag drehte. Arbeiten und Leben waren eine Einheit, die fast alle Bereiche des Lebens kontrollierte: das Wohnen, die Familienstruktur und sogar die Partnerwahl gehörten dazu. Dabei ging die Macht in erster Linie von oben aus und wurde dann von der Gemeinschaft gemeinsam getragen. Die Freiheit der Land-bevölkerung war somit eine zweifach beschränkte; zum einen wurde sie durch den Gutsherren genommen, zum anderen gab es das Dorf und die Familien, die den Alltag bestimmten und das Arbeiten und das Überleben der Gemeinschaft kontrollierten.

Das Dorf, ein enges Netz von Menschen, brauchte und unterstützte sich gegenseitig. Wie Wolfgang Kaschuba in Lebens-Felder: Das „Ich“ als ein „Wir“ schreibt, war das Dorf eine „ökonomische Zwangsgemeinde“ und gleichzeitig eine Solidargemeinschaft. Die zwei Seiten der Alltagserfahrung und des Zusammenlebens bezeichnet Kaschuba als „Doppelcharakter“; Arbeit war physikalisches Existenzgebot, welches das Überlebensprinzip verfolgte und von allen am Prozess beteiligten viel Leistung und Disziplin abverlangte, gleichzeitig war es eine soziale Legitimationsstrategie, die gewisse Denkweisen in Bezug auf Arbeit und somit ein moralisches Verpflichtungsgefühl förderte, welches die bäuerliche Mentalität prägte und das System der Dorfgemeinschaft stabilisierte aber auch prägte.

Das einseitige Bild des Bauern und der ländlichen Kultur erklärt sich von selbst, wenn man sich auf der einen Seite die schweren Zeiten und Herausforderungen eines bäuerlichen Lebens vorstellt und dabei die Beziehungen der Menschen
untereinander vor dem Hintergrund der Zeit genauer betrachtet. Die Einschränkungen, die ein Leben auf dem Lande bedeuteten, dazu der Prozess der Bauernbefreiung bis zu endgültigen mündigen Existenz, haben ihren Teil dazu beigetragen. Auf der anderen Seite gibt es heute mehr den je, eine Idealisierung der Werte und Tugenden, die das Leben auf dem Land und das Bauerntum repräsentieren. Das liegt vor allem anVerlust an Stabilität und Sicherheit in der heutigen Zeit. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass das Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert eine sich wiederholende Gleichheit im Alltag durchlebte und einen Mangel an Flexibilität bis hin zur Erstarrung mit sich brachte, wie wir sie in den hier aufgezählten Alltagsbeschreibungen aufgezeigt finden und die das ländliche Dasein von damals bestimmten.

Originaltext unter:

www.leben-auf-dem-land.de/  Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert  – ca. 15 Seiten

Alt Oelixdorf, Chaussee (ca. 1940), Gemälde v. Matthias Jarren, 1872-1960.
Noch in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts kennzeichnen unbefestigte Wege den Ort.

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