Alte Kate Oelixdorf e.V.

Verein zur Pflege historischer Werte in Oelixdorf

Der als gemeinnützig anerkannte Verein „Alte Kate Oelixdorf“ e.V. wurde 2005 von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet.

Ziel ist es, das Bild des alten Dorfes in Gestalt seiner überlieferten, landestypisch bäuerlichen Bauweise zu erhalten. Dafür wird die Alte Kate, die das Gebäudeensemble “Unter den Linden“ in Oelixdorf komplettiert, als charaktervolles Kleinod dörflicher Bauweise  restauriert.

Die Alte Kate im Frühjahr 2005
Die Alte Kate 2007 vorher

Im Jahr 2007 erwarb der Verein die Alte Kate in einem völlig desolaten Zustand. Als erste Maßnahme wurde noch im Dezember eine Plane über das ganze Dach gezogen. Zuvor war erforderlich die großen Löcher im Dach durch Stützgerüste von Außen zu bedecken und den Schornstein bis auf das gesunde Mauerwerk abzutragen (kurze Stümpfe ragen jetzt nur noch innen aus der Decke des Wohnteils). Weiter ein Bericht eines Augenzeugen:

„Dann kam der große Tag an dem die Plane aufgezogen wurde. Zu dem Unterfangen waren ein riesiger Baukran und zwei hydraulische Heber-Fahrzeuge aufgefahren und in Stellung gebracht worden. Eine Plane in den Abmessungen 16x50Meter auf einer  Rolle, mehrere Zentner schwer, schwebte hoch über dem Dachfirst der Kate. Die Männer in den Hebern und am Boden hielten gegen  und  der Kran zog gaaanz laaaangsam die Plane über das Gebäude. Viele Einwohner Oelixdorfs kamen um sich dieses Schauspiel nicht entgehen zu lassen. Zwei Planen quer und eine längs wurden gelegt. Anschließend wurden Netze über die Plane gelegt und verknüpft, die bei Wind  das Abheben der Plane verhindert sollen. An diese Netze angebunden wurden später noch Altreifen zur Beschwerung. Aufgrund der ruhigen Wetterlage konnten die Hauptarbeiten an einem Tag bewältigt werden. Die Eigenleistung der Vereinsmitglieder kann nicht genug gelobt werden.“
15. Dezember 2010
Bild: Kate 2007 nachher  – Bilderfolge – Die Alte Kate wird verhüllt

im Verlauf der nächsten Monate konnte der gesamte Bau hervorragend austrocknen.

Helfen Sie mit! Wir freuen uns über Sach- und Geldspenden für die nächsten Bauschritte. Wer durch eine Vereinsmitgliedschaft das Projekt mittragen möchte, ist herzlich willkommen. Weitere Informationen, über Aktionen, Satzung, Beitrittsformular usw. über die auf der letzten Seite angegebenen Adressen.

Spendenkonto:
Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe
Konto:  6274900     BLZ: 22290031

Spenden an gemeinnützige Vereine können steuerlich in Ansatz gebracht werden.

Kommentare deaktiviert für Alte Kate Oelixdorf e.V.

Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert

Alte Kate Oelixdorf (ca. 1900)
Hallo Freunde der Alten Kate,
ich habe hier einen interessanten Artikel im Internet gefunden, den ich Euch zur Kenntnis geben möchte.

„Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert“ von Natascha Bär

Inhaltliche Zusammenfassung:

Das ländliche Leben im 19. Jahrhundert war ein Regelwerk, das sich vor allem um den mit Arbeit gefüllten Tag drehte. Arbeiten und Leben waren eine Einheit, die fast alle Bereiche des Lebens kontrollierte: das Wohnen, die Familienstruktur und sogar die Partnerwahl gehörten dazu. Dabei ging die Macht in erster Linie von oben aus und wurde dann von der Gemeinschaft gemeinsam getragen. Die Freiheit der Land-bevölkerung war somit eine zweifach beschränkte; zum einen wurde sie durch den Gutsherren genommen, zum anderen gab es das Dorf und die Familien, die den Alltag bestimmten und das Arbeiten und das Überleben der Gemeinschaft kontrollierten.

Das Dorf, ein enges Netz von Menschen, brauchte und unterstützte sich gegenseitig. Wie Wolfgang Kaschuba in Lebens-Felder: Das „Ich“ als ein „Wir“ schreibt, war das Dorf eine „ökonomische Zwangsgemeinde“ und gleichzeitig eine Solidargemeinschaft. Die zwei Seiten der Alltagserfahrung und des Zusammenlebens bezeichnet Kaschuba als „Doppelcharakter“; Arbeit war physikalisches Existenzgebot, welches das Überlebensprinzip verfolgte und von allen am Prozess beteiligten viel Leistung und Disziplin abverlangte, gleichzeitig war es eine soziale Legitimationsstrategie, die gewisse Denkweisen in Bezug auf Arbeit und somit ein moralisches Verpflichtungsgefühl förderte, welches die bäuerliche Mentalität prägte und das System der Dorfgemeinschaft stabilisierte aber auch prägte.

Das einseitige Bild des Bauern und der ländlichen Kultur erklärt sich von selbst, wenn man sich auf der einen Seite die schweren Zeiten und Herausforderungen eines bäuerlichen Lebens vorstellt und dabei die Beziehungen der Menschen
untereinander vor dem Hintergrund der Zeit genauer betrachtet. Die Einschränkungen, die ein Leben auf dem Lande bedeuteten, dazu der Prozess der Bauernbefreiung bis zu endgültigen mündigen Existenz, haben ihren Teil dazu beigetragen. Auf der anderen Seite gibt es heute mehr den je, eine Idealisierung der Werte und Tugenden, die das Leben auf dem Land und das Bauerntum repräsentieren. Das liegt vor allem anVerlust an Stabilität und Sicherheit in der heutigen Zeit. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass das Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert eine sich wiederholende Gleichheit im Alltag durchlebte und einen Mangel an Flexibilität bis hin zur Erstarrung mit sich brachte, wie wir sie in den hier aufgezählten Alltagsbeschreibungen aufgezeigt finden und die das ländliche Dasein von damals bestimmten.

Originaltext unter:

www.leben-auf-dem-land.de/  Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert  – ca. 15 Seiten

Alt Oelixdorf, Chaussee (ca. 1940), Gemälde v. Matthias Jarren, 1872-1960.
Noch in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts kennzeichnen unbefestigte Wege den Ort.

Kommentare deaktiviert für Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert